Seedheart Sportsteam Rad am Ring

Rad am Ring – 24 Stunden mit dem Rennrad über die legendäre Nordschleife der Grünen Hölle

6 Haudegen stellten sich diesem Abenteuer. Gefahren wurde in einem 4er- und einem 2er-Team. Beide Teams hatten sich das Ziel gesetzt, in 24 Stunden 20 Runden auf dem Ring zu fahren. Die Teams bestanden aus alten Bekannten, die im letzten Jahr schon die Alpen überquert hatten. Das 4er Team bildeten Marek, York, Jannik und Tobi; unser 2er Team bestand aus Claus und Sascha.
Wir fühlten uns top-vorbereitet und kamen am Freitag auf dem Nürburgring an. An der Rennstrecke befanden sich die Fahrerlager der teilnehmenden Teams – insgesamt starteten ca. 6.000 Fahrer in dieses Rennen. Neben dem 24 Stunden-Rennen wurden auch 75 und 150 km Rennen gefahren.

Das Wetter war bescheiden: Bei der Anreise und dem Aufbau unseres Fahrerlagers zog ein erster Sturm und ein starkes Gewitter an der Grünen Hölle vorbei. So bekamen wir schon früh einen Vorgeschmack, was uns neben 26 km und 650 Höhenmetern pro Runde erwarten konnte. Mit Saschas Transit und den Autos bauten wir uns eine Wagenburg, die uns vor Wind und Wetter schützen sollte. Wir machten es uns gemütlich und tüftelten an unseren Renntaktiken. Ein Bier, köstlicher Nudelsalat für unsere Kohlenhydrat-Speicher und der Blick auf die Wettervorhersage – so verbrachten wir den ersten Abend am Ring. Die Vorhersage verbesserte sich gegenüber den letzten Tagen: Wir sollten trockenes Wetter zum Start und bis in den späten Nachmittag des nächsten Tages haben. So waren wir hoffnungsvoll, dass es nicht all zu nass werden sollte…

Nach einer ruhigen Nacht starteten wir in den Samstagmorgen und stärkten uns mit unseren Seeds zum Frühstück. York und Sascha übernahmen die erste Runde. Jeder sollte eine Runde fahren und ein fliegender Wechsel im jeweiligen Team stattfinden.
Bei angenehm trockenem Wetter ging es für die beiden auf die Strecke: Die erste Runde war ganz besonders. Wir fühlten den Ring - er ist einfach wahnsinnig gut zu fahren dank seiner breiten, gut asphaltierten Kurven und meist gut einsehbar. So war es möglich, Abfahrten wie die Fuchsröhre mit bis zu 100 km/h zu fahren. Danach folgte ein langer Anstieg über 7 km, der auf den letzten 800 m immer steiler wurde und in einer 18 %-Rampe endete. Diese sogenannte „Hohe Acht“ ist berühmt berüchtigt. Nach der Steigung und den ersten 16 km ging es nun gefühlt nur noch bergab – mit ein paar Anstiegen. Nach 23 km fiel der Blick wieder auf die Grand Prix Strecke und der Start-Ziel-Bereich war zu sehen. Herrlich! Bei diesem Wetter war die erste Runde geschafft und so ging es im fliegenden Wechsel weiter. In unserem Fahrerlager konnten wir uns mit Seeds sowie Tsampa Riegeln stärken und die Getränke auffüllen. Knapp 60 min. später ging es wieder auf die nächste Runde. So kam der Nachmittag und wir machten den Grill an. Bei uns herrschte ausgelassene Stimmung und beide Teams zogen ihre Runden. Gegen 17 Uhr entlud sich der erste Regenschauer, als Sascha auf der Strecke war. Das Wetter nötigte uns zu bedächtigem Fahren: Die Abfahrten mussten viel langsamer absolviert werden, aber die Anstiege blieben lang und die Hohe Acht steil… Nach diesem kurzen Regen trocknete die Strecke schnell wieder ab…

Gegen 21:30 Uhr ging die Sonne unter und die Nacht kam. Unser 2er-Team änderte seine Taktik. Wir wollten zwei Runden fahren, um die Ruhezeit zu verlängern. Sascha war gerade wieder auf der Strecke und fuhr in den Sonnenuntergang auf Runde 1… Kaum auf der zweiten Runde unterwegs, braute sich was zusammen und es fing an, wie aus Eimern zu regnen. Aber nicht nur Regen fiel vom Himmel, auch die Sicht war katastrophal: Nebel! Die Grüne Hölle zeigte sich unberechenbar und fürchterlich: Durch den Nebel hatten wir nur noch 20 m Sicht auf der Strecke, Dunkelheit und überall auf der Strecke verteilten sich Kröten und Feuersalamander, die auf Nachtwanderung gingen. Es wurde eine Fahrt durch die „Hölle“ – bei extrem schlechter Sicht mit Slalom Fahren…Schön ist was anderes – ein Kampf rauf auf die Hohe Acht mit einer ausgedehnten Pause zum Verschnaufen. Das 4er-Team drehte in dieser Zeit seelenruhig seine Runden und tauschte weiterhin nach jeder Runde. Es hatte dabei die einfachere Fahrt.
Nachdem Sascha seine doppelte Runde beendet hatte, legte Claus aufgrund der Wetterlage eine längere Pause ein. Wir waren zum Spaß dort und das Wetter sollte sich zwei Stunden später wieder beruhigt haben. Um 3 Uhr nachts ging es dann weiter für Claus. Um 5:30 Uhr kehrte er nach seiner Zweier-Runde zurück und holte Sascha aus dem Schlaf. Nach einem kurzen Frühstück ging es dann wieder auf die Strecke. Die Runde war einfach herrlich – in den frühen Morgenstunden durch die „handzahme“ Grüne Hölle. Allerdings kam um 8 Uhr das angekündigte Unwetter zurück – diesmal mit noch mehr Regen. Jannik aus Team 2 fuhr mitten rein in den Regen und drohte abzusaufen. Doch er kam wohlbehalten und vollkommen durchnässt wieder im Fahrerlager an. Aufgrund der herrschenden Wettersituation entschieden wir uns, das Rennen abzubrechen und bauten im strömenden Regen unser Lager ab. Der Regen sollte an diesem Tag erst wieder enden, als das Rennen offiziell für beendet erklärt wurde. So beendeten wir das Rennen mit beiden Teams in einem guten Mittelfeldplatz. Das 4er-Team erzielte mit 18 Runden den Platz 395 von 635 und unser 2er-Team mit 14 Runden Platz 75.

Dennoch waren wir alle froh über unsere Leistung und darüber, dieses Abenteuer unfallfrei überstanden zu haben. Wir sind jetzt schon hoch motiviert, im nächsten Jahr wieder bei „Rad am Ring“ 24 Stunden unsere Runden zu drehen! Dann wollen wir die Ziellinie bei hoffentlich besserem Wetter erreichen. Die Grüne Hölle wartet auf uns und wir auf sie – dann mit einem größeren Seedheart Team!